{"id":25222,"date":"2025-03-18T18:31:23","date_gmt":"2025-03-18T17:31:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.otte1.org\/?p=25222"},"modified":"2025-03-18T18:31:23","modified_gmt":"2025-03-18T17:31:23","slug":"im-schiffbruch-nicht-schwimmen-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/otte1.staging.computerlie.be\/de\/aktuelles\/im-schiffbruch-nicht-schwimmen-koennen\/","title":{"rendered":"Im Schiffbruch nicht schwimmen k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am Samstag nach dem Markt um 12:30 Uhr geht es um das neben der Mona Lisa wohl ber\u00fchmteste Gem\u00e4lde im Louvre \u201eDas Flo\u00df der Medusa\u201c von Th\u00e9odore G\u00e9ricault (1819).<\/strong><\/p>\n<p>Ein Speicher von Geschichte und Ort der Erinnerung ist der Louvre in Paris, wohin uns das Video \u201eIm Schiffbruch nicht schwimmen k\u00f6nnen\u201c f\u00fchrt: Drei afrikanische M\u00e4nner unterschiedlichen Alters besuchen darin das weltber\u00fchmte Museum. Vor einem monumentalen Gem\u00e4lde nehmen sie Platz und betrachten es schweigend. Th\u00e9odore G\u00e9ricaults Bild erz\u00e4hlt von einer menschlichen Katastrophe auf hoher See, als die franz\u00f6sische Fregatte \u201eMedusa\u201c vor der K\u00fcste Mauretaniens im Juli 1816 auf Grund lief. Gerade hatte Frankreich seine Kolonie Senegal zur\u00fcckerhalten. Weil die Beiboote nicht f\u00fcr alle reichten, baute die Besatzung aus den Masten ein Rettungsflo\u00df f\u00fcr 149 Menschen. Doch kappte man das Verbindungsseil. 13 Tage trieben die Schiffbr\u00fcchigen daraufhin hilflos auf dem Meer, wurden ins Wasser gerissen, massakrierten sich gegenseitig. Nur 15 \u00fcberlebten. In Frankreich entfachte die Nachricht einen Skandal und G\u00e9ricaults schonungsloses Bild schockierte sein Publikum nachhaltig.<\/p>\n<p>Odenbachs Video-Sequenzen im Louvre &#8211; begleitet von einem Balafon-Soundtrack des Musikers Ricky Ojijo &#8211; unterbrechen Aufnahmen von Meeresbrandungen vor der K\u00fcste Ghanas mit eingeblendeten Texten. Diese basieren auf Interviews, die Odenbach mit den drei Afrikanern zu ihrer Flucht \u00fcber das Meer, ihrem Leben und ihren Gef\u00fchlen von Fremdsein gef\u00fchrt hat. Indes weist das Video schon im Titel unmissverst\u00e4ndlich darauf hin, dass auch in der gegenw\u00e4rtigen Fl\u00fcchtlingskrise viele eine solche \u00dcberfahrt \u00fcber das Mittelmeer nicht \u00fcberleben<\/p>\n<p>Marcel Odenbach (geb. 1953 in K\u00f6ln) lebt in Berlin und Cape Coast, Ghana, und arbeitet in Berlin und K\u00f6ln. Er studierte zwischen 1974 und 1979 Architektur, Kunstgeschichte und Semiotik an der Technischen Hochschule in Aachen, Deutschland. Er lehrte Medienkunst an verschiedenen Institutionen in Deutschland, darunter die Staatliche Hochschule f\u00fcr Gestaltung in Karlsruhe und die Kunsthochschule f\u00fcr Medien in K\u00f6ln sowie die Kunstakademie in D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p>Odenbachs Videob\u00e4nder und Installationen wurden weltweit auf Festivals und in Institutionen ausgestellt und zeugen von seiner entscheidenden Rolle bei der F\u00f6rderung und Gestaltung der internationalen Entwicklung dieses Genres. Von den fr\u00fchen Videos, die noch f\u00fcr die Pr\u00e4sentation auf Monitoren konzipiert waren, bis hin zu seinen komplexen Installationen mit Gro\u00dfprojektionen zeigt die Vorf\u00fchrung die Subtilit\u00e4t und formale Vielfalt, mit der Odenbach das bewegte Bild und seine akustische Begleitung inszeniert.<\/p>\n<p>Odenbach gilt als einer der wichtigsten deutschen Videok\u00fcnstler.<\/p>\n<p>Der Eintritt ist frei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Samstag nach dem Markt um 12:30 Uhr geht es um das neben der Mona Lisa wohl ber\u00fchmteste Gem\u00e4lde im Louvre \u201eDas Flo\u00df der Medusa\u201c von Th\u00e9odore G\u00e9ricault (1819). 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