{"id":19909,"date":"2023-08-17T17:24:22","date_gmt":"2023-08-17T15:24:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.otte1.org\/?p=19909"},"modified":"2023-08-17T17:32:12","modified_gmt":"2023-08-17T15:32:12","slug":"asmus-jakob-carstens-vom-kueferlehrling-in-eckernfoerde-zum-von-goethe-bewunderten-kuenstlergenie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/otte1.staging.computerlie.be\/de\/aktuelles\/asmus-jakob-carstens-vom-kueferlehrling-in-eckernfoerde-zum-von-goethe-bewunderten-kuenstlergenie\/","title":{"rendered":"Asmus Jakob Carstens: Vom K\u00fcferlehrling in Eckernf\u00f6rde zum von Goethe bewunderten K\u00fcnstlergenie"},"content":{"rendered":"<p>Am 19. August um 12:30 befasst wir uns nach dem Markt mit Asmus Jakob Carstens, einem 1754 in Schleswig geborenen M\u00fcllersohn, der schon in der Schule seine Neigung zur Kunst zu erkennen gegeben hatte. Als er 1770 auf Vermittlung seines Vormunds in Eckernf\u00f6rde eine Lehrstelle in der Weinhandlung de Bruyn antrat, bekam sein Wunsch K\u00fcnstler zu werden, wichtige Impulse. Die Ehefrau von Bruyn, eine Enkelin von Christian Otte, f\u00f6rderte seine Freizeitbesch\u00e4ftigung mit der Kunst. In Kiel begegnete ihm Daniel Webbs Schrift \u201eUntersuchung des Sch\u00f6nen in der Malerei\u201c, die seine Begeisterung f\u00fcr die Kunst der Antike weckte.<\/p>\n<p>1776 begann er an der Zeichenklasse der Kopenhagener Akademie mit dem Ziel, beim Wettbewerb um den Preis f\u00fcr das Romstipendium als Sieger hervorzugehen. Als er sich 1780 weigerte die Silbermedaille anzunehmen, wurde er von der Akademie verwiesen. Er schlug sich von 1783 bis 1788 als Portr\u00e4tist in L\u00fcbeck durch, bis es ihm gelang in Berlin Fu\u00df zu fassen.<\/p>\n<p>Bald machte er sich als K\u00fcnstler einen Namen und erhielt vom Kulturminister von Heinitz eine Lehrerstelle an der Berliner Akademie. Eigensinnig wie er war, nahm er die Stelle nur unter der Bedingung an, dass er nicht dem akademischen Senat unterstellt w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Bis 1792 musste er warten, bis er ein zweij\u00e4hriges Romstipendium erhielt, das dann um ein Jahr verl\u00e4ngert wurde. In Rom war er am Ziel seines Strebens angekommen, im Kreise der bedeutendsten K\u00fcnstler seiner Zeit, sich dem Studium der Antiken zu widmen.<\/p>\n<p>Carstens widersetzte sich der Forderung des Freiherrn von Heinitz, \u00fcber seine T\u00e4tigkeit in Rom Rechenschaft abzulegen. Als der Staatsminister seine Entlassung verf\u00fcgte, erwidert Carstens am 20. Februar 1796, \u201e(\u2026.) <strong>mu\u00df ich Euer Excellenz sagen, dass ich nicht der Berliner Akademie, sondern der Menschheit angeh\u00f6re<\/strong>, die ein Recht hat die h\u00f6chstm\u00f6gliche Ausbildung meiner F\u00e4higkeiten von mir zu verlangen; und nie ist es mir in den Sinn gekommen, auch habe ich dieses nicht versprochen, mich f\u00fcr eine Pension die man mir auf einige Jahre zur Ausbildung meines Talents schenkte, auf Zeitlebens zum Leibeigenen einer Akademie zu verdingen\u201c.<\/p>\n<p>Carstens starb 1798 in Rom. Sein Freund Carl Fernow nahm den Nachlass mit nach Weimar, wo ihn Goethe f\u00fcr den Weimarer Museumsbestand erwarb. \u201eCarstens war der denkendste, der strebendste von allen, welche zu seiner Zeit in Rom der Kunst oblagen.\u201c (Goethe 1821)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am 19. 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